Poetry Slam und Gebet für die Bewahrung der Schöpfung

Am Sonntag den 2. September 2018 versammelten sich in Hildesheim auf dem Gelände der Universität Mitglieder unterschiedlichster Religion zu einem gemeinsamen Gebet für die Bewahrung der Schöpfung. Auch die Neuapostolische Kirche in Hildesheim war an dieser Veranstaltung beteiligt.

Zu einer gemeinsamen Aktion des Hildesheimer Rates der Religionen zusammen mit dem Hildesheimer Kolpingverband waren am Sonntag den 2. September 2018 Vertreter der verschiedenen Religionen der Stadt sowie interessierte Gäste zusammengekommen, um gemeinsam für die Bewahrung der Schöpfung zu beten.

Musikalisch untermalt wurde die Veranstaltung von dem Internationalen Chor Hildesheim, der 4 Lieder aus unterschiedlichen kulturellen/religiösen Kontexten gesungen hat.

Nach den einleitenden Begrüßungsworten der Organisatoren vom Kolpingverband und des Rates der Religionen folgten verschiedene Beiträge und Gebete der unterschiedlichen Religionen. Zentrale Themen waren der Klimawandel, Ausbeutung der Natur, Verantwortlichkeit der Menschen und vieles mehr.

Es waren Vertreter der Katholischen Kirche, der Evangelischen Kirche, der Jüdischen Gemeinde, der muslimischen Gemeinde, der Bahai-Gemeinde, der Studenten Gemeinde des Kolpingverbands und der Neuapostolischen Kirche vertreten.

Als Vertreter der Neuapostolischen Kirche las Priester Daniel Eggers einen eigens für diese Veranstaltung geschriebenen Poetry Slam vor und anschließend sprach Priester Wolter ein Gebet.

Zusammen mit allen Beteiligten und allen Anwesenden wurden zwei Gebete zusammen gesprochen.

- das sog. Gebet der Vereinten Nationen,

- das Gebet für die Erde aus Laudatio Si (das Papst Franziskus bewusst als allgemeines (und nicht speziell  christliches) Gebet formuliert hat)

Nach diesem ersten Teil der Veranstaltung fand ein kleiner Ortswechsel auf dem Gelände  Universität statt zu einem Platz, an dem die Vertreter der unterschiedlichen Religionen zusammen einen Amberbaum pflanzten. Dieser Baum wurde von der Universität Hildesheim gesponsert.

Die Veranstaltung war geprägt von Offenheit, gegenseitiger Wertschätzung und Gemeinsamkeiten. Zum Abschluss bekamen alle Anwesenden eine sogenannte Samenbombe mit Samen unterschiedlicher Laubbäume an die Hand und es wurde noch zu einem gemeinsamen Imbiss in das Gemeindehaus der Liebfrauenkirche eingeladen.

Abschließend kann man feststellen, dass die Bewahrung der Schöpfung ein Thema ist, dass alle Religionen miteinander verbindet.

 

Textbeitrag der Neuapostolischen Kirche in Hildesheim:

Die Schöpfung und ich - Poetry slam

 

Ich bin ein Mensch, ein Geschöpf auf dieser Erde.

Ja, sogar Krone der Schöpfung, damit halte ich nicht hinterm Berge.

Ich genieße mein Leben in vollen Zügen.

Wo immer ich kann, suche ich mein Vergnügen.

 

Doch eines fällt mir in letzter Zeit auf,

immer, wenn ich so durch meine kleine Welt lauf.

Das einige Dinge scheinbar aus dem Ruder geraten,

die ich mir nicht erklären kann, ich könnte nur raten.

 

Dann komme ich langsam ins Grübeln hinein.

Dann frage ich mich: "Könnte ich vielleicht mit Schuld an dem Schlamassel sein?"

 

Ich höre z.B. von der Erderwärmung und das die Polkappen zerfließen.

Und dann spielt das Wetter auch verrückt, dass es schwer fällt noch zu genießen.

Wo in unserer schönen Region im letzten Jahr

einfach zu viel Regenwasser war,

da konnten wir in diesem Sommer den Regen nur suchen,

und dafür aber Rekord-Hitze und Trockenheit verbuchen.

 

Doch was hat das eigentlich mit mir zutun? Ich mache ja das Wetter nicht!

Und so steig ich in mein Auto und dann fahre ich,

zur nächsten Einkaufsmöglichkeit im Ort

um 3 Teile zu kaufen, denn ich bin ja morgen wieder dort.

So kann ich alles immer frisch haben.

Und wenn nicht hier, dann eben im nächsten Laden.

Und so vergurke ich, Tag ein, Tag aus,

Rohstoffe aus der Natur und verwandle sie auch,

in Partikel - Müll der unsere Luft vergiftet,

anstatt mal auf Kaufen und Auto zu verzichten.

 

Vielleicht tut es mir gut, mich mehr zu bewegen,

Z.B. meinen Kilometerstand beim diesjährigen Stadtradeln zu pflegen.

Vielleicht kann ich selbst etwas im Garten produzieren,

oder regional kaufen und damit Transportwege reduzieren.

 

Vielleicht kann ich mehr auf meinen Müllverbrauch achten,

und auf die richtige Entsorgung, um die Erde nicht zu überfrachten.

Denn mein Müll bleibt mein Müll! Egal wo ich ihn fallen lasse.

Ob frei in der Natur, oder im Müllkasten.

Ich habe Verantwortung für die Schöpfung, ob ich will oder nicht!

Und diese Probleme Anderen zu überlassen, ist eher ein schlechter Witz!

 

Gott hat mir das Leben,

Und die Schöpfung als Lebensraum gegeben.

Ein großartiges Geschenk,

dessen ich jetzt gedenk.

Und deshalb möchte ich Gott meine Liebe zeigen,

und mich des Geschenks würdig erweisen.

 

Und was ich nicht alleine tun kann, oder ich kämpfe vergebens,

da lasse ich trotzdem nicht locker, und dafür wollen wir auch heute zusammen beten.

 

(Daniel Eggers, Neuapostolische Kirche Hildesheim )

 

Gebet von Priester Wolter:

 

Lieber Gott, lieber himmlischer Vater
Wir preisen Dich für deine Schöpfung. Sie ist in unseren Augen perfekt.
Dagegen steht unser Versagen deine Schöpfung zu erkennen und zu bewahren.
Wir staunen immer wieder dass deine Schöpfung immer noch funktioniert – trotz unserer Eingriffe.
Herr! Oft sehen wir nur das nur das, was uns bedrückt.
Herr! Öffne unsere die Augen, deinen Segen zu erkennen.
Mitunter sind wir mürrisch. Wir blicken nur auf unser Unvermögen.
Wir bitten Dich: Erinnere uns an das Gelingen durch deine Hilfe.
Wir sind oft nicht zufrieden mit den empfangenen Gaben.
Verzeihe uns diese Gedanken.
Lehre uns deine Gaben an uns zu Erkennen und das es eine Ehre ist sie zu gebrauchen.
Es fällt uns immer noch schwer, Dir zu vertrauen.
Manchmal geben wir sogar die Hoffnung auf.
Lehre Du uns, Deine Nähe zu erkennen und Deine Kraft zu gebrauchen.
Wir vergessen so oft, für all das Gute zu danken, dass Du uns schenkst.
Lieber Gott!
Lass uns dankbar werden für jeden Tag, an dem Friede ist.
Lass uns dankbar werden für das tägliche Brot, mit dem Du uns sättigst.
Wir bitten Dich: gib uns die Fähigkeit deine Schöpfung – deine Früchte – zu ehren, in dem wir sie
bewahren.
Halleluja und Amen