Viele Lichter am Heiligen Abend

Wie jedes Jahr zum Heiligen Abend lud die Gemeinde Hildesheim zu einer Heilig-Abend-Andacht ein, die sich großer Beliebtheit erfreut. Höhepunkt ist immer das von Kindern der Gemeinde vorgetragene Krippenspiel. Im Anschluss an die Andacht gab es wieder die Möglichkeit zu einem gemütlichen Beisammensein.

Viele Monate zuvor schon hatten die Planungen für diese feierliche Stunde am Heiligen Abend begonnen. Es wurde mit den Kindern voller Vorfreude auf diesen Moment geübt und geprobt. Endlich war es soweit.

Um 15:30 Uhr gingen die Lampen aus und die Lichter an: Die Andacht begann. Es waren aber nicht nur die Kerzen, die strahlten, nein, es waren die Augen von Klein und Groß im gut gefüllten Kirchenschiff. Vor dem Hintergrund des Bibelwortes

„Mache dich auf und werde Licht ...“ (Jesaja 60,1)

wurde zu Beginn und am Ende der Stunde mit wenigen Worten auf die Möglichkeiten und Auswirkungen dieser ganz persönlichen Lichter eingegangen.

Es folgten zwei Textbeiträge und zwischen den einzelnen Beiträgen stimmte das Orchester die Anwesenden auf den Heiligen Abend ein. Und dann war er da, der Moment, auf den alle gewartet hatten. Weitere Lichter gingen an und begleiteten die Kinder in den Saal zum Beginn des Krippenspiels. Diesmal wurde das Krippenspiel unter anderem aus der Sicht des Ochsen und des Esels vorgetragen. Was haben die beiden wohl gedacht, als die Ruhe im Stall durch die Geburt des Christuskindes jäh unterbrochen wurde? Die Spannung stieg bei allen Zuschauern, bis sie nun erfuhren, was die Kinder zu erzählen hatten. Unterbrochen wurde der Textteil des Vortrags immer wieder von zur Weihnachtsgeschichte passenden Liedern, die die Kinder natürlich selbst vortrugen.

Es kann sich wohl jeder vorstellen, wie groß der Applaus für die Kinder am Ende ausfiel. Aber damit nicht genug. Die Kinder hatten sich im Vorfeld noch weitere Gedanken gemacht. Da sie wussten, dass ein Gebet aus Dank, Bitte und Fürbitte besteht, war es ihnen ein Anliegen, mit eigenen Worten etwas beizutragen. Mehrere Kinder sprachen jeweils eine ihnen wichtige Fürbitte aus, die von den Anwesenden bekräftigt wurde. Man hat förmlich gespürt, wie wichtig es den Kindern war, an all die anderen Menschen zu denken und für sie vor Gott zu treten.

Die feierliche Stunde klang mit dem gemeinsam gesungenen Lied „Stille Nacht“ aus.

Anschließend gab es ein kurzes Beisammensein mit Kakao, Kaffee und etwas Süßem. Dabei wurde in vielen Gesprächen wieder einmal festgestellt, wie aktuell die Weihnachtsgeschichte trotz des über 2.000 Jahre zurückliegenden Ereignisses eigentlich ist. Flucht, Zurückweisung, Armut, Not und Verzweiflung begegnen uns ganz besonders auch in diesen Tagen.

Wenn auch vor der Feierstunde noch die Hektik des Tages spürbar war, in dieser Stunde konnte der Heilige Abend von den Zuschauern und Zuhörern „Besitz nehmen“.

F.K. /Fotos U.P.