Kurzchronik der Gemeinde Hildesheim

Chronik der Gemeinde Hildesheim

Die Anfänge (1899-1902)


Vom 1. Oktober 1897 bis zum 30. September 1899 hatte Hermann Rathmann seinen Militärdienst in Hildesheim
abzuleisten. Dieser kam aus Braunschweig und war seit 1896 neuapostolisch. In Hildesheim hatte seine Kompanie an einem Sonntagmorgen zum Kirchgang anzutreten. Nach der Aufforderung „Katholiken links raustreten – Evangelische rechts raustreten!“ blieb Hermann Rathmann alleine in der Mitte stehen. Auf seine Erklärung, er sei neuapostolisch, erwiderte der Feldwebel „das hat es hier noch nie gegeben, und das wird es auch nie geben!“. Fortan war Bruder Rathmann manchen Schikanen ausgesetzt – der ihm zunächst nicht wohlgesonnene Feldwebel wurde dann aber doch 1901 in Hildesheim versiegelt und diente später in der Gemeinde Berlin Köpenick als Vorsteher. Zum Ende seines Wehrdienstes erhielt Hermann Rathmann von Stammapostel Krebs den Auftrag, in Hildesheim zu bleiben und hier eine Gemeinde zu gründen. Er heiratete eine Glaubensschwester, die schon seit 1888 neuapostolisch war und die Gabe der Weissagung hatte, fand mit ihr eine Wohnung in einem sehr alten Fachwerkhaus in der Straße „Alter Markt“ und stellte ab Oktober 1899 die Küche für regelmäßige Gottesdienste zur Verfügung. Die priesterliche Versorgung erfolgte in dieser Anfangszeit aus Hannover; das wurde durch eine gute Straßenbahnverbindung begünstigt. Da in Preußen damals zwar Religionsfreiheit, aber keine Versammlungsfreiheit bestand, musste zunächst jeder einzelne Gottesdienst vorab angemeldet und polizeilich genehmigt werden. Wesentlich erleichtert wurde die Situation, nachdem Hermann Rathmann auf Basis der „Statuten der Apostolischen Gemeinde“ und des Apostolischen Glaubensbekenntnisses am 23. Januar 1901 die Anerkennung durch die Polizeidirektion Hildesheim erreichte. Einige Wochen später – noch im Frühjahr 1901 – konnte dann auch für die kleine, aber wachsende Gemeinde in einer ehemaligen Tischlerwerkstatt eine erste eigene Versammlungsstätte in der Alfelder Straße bezogen werden. Dort fand am 5. Mai 1901 der erste Versiegelungsgottesdienst in Hildesheim
statt, der zugleich der erste Stammapostelgottesdienst war, denn es war Stammapostel Friedrich Krebs, der den Gottesdienst hielt und 29 Seelen versiegelte. Nachdem im Jahr 1901 noch zwei weitere Versiegelungsgottesdienste stattgefunden hatten, war die ehemalige Tischlerwerkstatt in der Alfelder Straße schnell zu klein geworden. Durch Vermittlung des Vorstehers Hermann Rathmann, der inzwischen für eine Lederhandlung in der Osterstraße arbeitete, konnte ein Lagerraum dieses Unternehmens als Versammlungsstätte gemietet und hergerichtet werden. Hier bekam die Gemeinde den ersten richtigen Altar, Abendmahlskelche und Sitzbänke. Der Altar stand auf einem Podest, das den Kindern zugleich als Sitzmöglichkeit diente. Stammapostel Krebs hielt am 16. Februar 1902 den Einweihungsgottesdienst und konnte erneut 15 Seelen versiegeln.

Zeit des Wachstums (1903-1938)

In mehreren Gottesdiensten im Jahr 1903 versiegelte Stammapostel Krebs in Hildesheim mehr als 50 Seelen. Im März 1904 weihte der Stammapostel die erste im Stadtgebiet von Hannover errichtete neuapostolische Kirche im Stadtteil Wülfel ein, ordinierte den Bezirksältesten Wilhelm Gohmann und vertraute ihm die Leitung der drei Stadtgemeinden Hannover, Linden und Wülfel sowie der fünf außerhalb Hannovers entstandenen Gemeinden Burgdorf, Eschershausen, Hameln, Hildesheim und Holzminden an. Damit war der Ältestenbezirk Hannover gegründet. Stammapostel Krebs, der im Januar 1905 in die Ewigkeit gerufen wurde, hielt 1904, weil der Umfang seiner Arbeit erheblich zugenommen hatte, nur noch einen Gottesdienst in Hildesheim. Im Dezember 1904 diente erstmalig Apostel Sebastian in Hildesheim, der dann 1905 die Leitung des Apostelbezirks Braunschweig übernahm. Nach seiner Ruhesetzung betreute ab 1907 Bezirksapostel Otto Steinweg den Bezirk und die Gemeinde Hildesheim. Ab 1905 kam aber auch Stammapostel Hermann Niehaus wiederholt nach Hildesheim und versiegelte hier viele Seelen. 1906 verlegte Hermann Rathmann, der erste Vorsteher der noch jungen Gemeinde, seinen Wohnsitz aus beruflichen Gründen nach Osnabrück. Sein Nachfolger wurde der Priester Max Kresse, der mit seiner Familie bereits seit 1902 zur Gemeinde Hildesheim gehörte. 1908 musste schon wieder eine neue Versammlungsstätte gefunden werden, weil die alte zu klein geworden war. Die Gemeinde, die inzwischen auf über 100 Mitglieder angewachsen war, zog um in einen Raum der Süßwarenfabrik Bade im „Vorderen Brühl“. Dort wurde im gleichen Jahr der Gemeindechor gegründet; außerdem fand 1908 auch die erste Konfirmation in Hildesheim statt. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs, Ende des Jahres 1914, erreichte die Gemeinde Hildesheim die Zahl von 200 Gemeindemitgliedern. 1915 verzog der bisherige Vorsteher Max Kresse – wiederum aus beruflichen Gründen – nach Brandenburg. Neuer Vorsteher wurde der Priester August Behrens, der diese Aufgabe bis 1938 (und damit von allen Vorstehern in der Geschichte der Gemeinde am längsten) erfüllte. Wie auch andere Priester aus den umliegenden Gemeinden wurde der Vorsteher Behrens in den Kriegsjahren bis 1918 zum Kriegsdienst eingezogen; deshalb mussten in dieser Zeit mehrmals Diakone und Unterdiakone die Gottesdienste halten. Auch während des Krieges besuchte Bezirksapostel Otto Steinweg die Gemeinde meist einmal jährlich und führte auch Versiegelungen durch. 1917 wurde es erneut notwendig, eine neue Versammlungsstätte zu suchen; diese wurde in der Augustastraße gefunden. Der Raum dort war groß genug für die Gemeinde, aber in einem Hinterhaus nur über eine sehr kleine und steile Treppe (sog. „Hühnerleiter“) schwierig zu erreichen. Nach dem Krieg wuchs die Gemeinde Anfang der 20er Jahre wieder schneller. Mehrmals wurden mehr als 20 Seelen im Jahr versiegelt. Es gab einige neue Amtsgaben für die Gemeinde und erneut neue Versammlungsstätten. Da ein neues Kirchenlokal in der Schützenwiese schnell zu klein wurde, fanden die Gottesdienste teilweise parallel auch in der nahe gelegenen Scharnhorst-Oberschule am Dammtor statt. Die Mitgliederzahl stieg in den 20er Jahren von 247 (1.1.1920) auf 361 (1.1.1930). In dieser Zeit dauerten die Gottesdienste gerne mal zwei Stunden, es wurde ein Männerchor gegründet und es gibt Berichte von Gemeinschaftsaktivitäten (z. B. Ausflüge in die Natur und Kinderfeste). Daneben wurde eifrig missioniert, und zwar nicht nur in der Stadt Hildesheim, sondern auch im Umland: Ab Mitte der 20er Jahre waren Brüder aus Hildesheim insbesondere in Elze und den umliegenden Dörfern im westlichen Landkreis tätig; Ende der 20er Jahre gab es dort eine Gemeinde, in der regelmäßig Gottesdienste stattfanden. 1930 übernahm Stammapostel Johann Gottfried Bischoff die Leitung der Neuapostolischen Kirche. In den folgenden Jahren wurde das Gemeindeleben vom Nationalsozialismus beeinflusst. Die Chor-, Kinder- und Jugendarbeit wurde erschwert, auch das Einladen Außenstehender in die Gemeinde war nun schwieriger, wurde aber trotzdem mit großem Einsatz und einigem Erfolg fortgesetzt. Im April 1935 erhielt die Gemeinde, wie die Chronik aus dem Jahr 1999 berichtet, in der Annenstraße die „erste ansprechende Versammlungsstätte“. Von außen war diese nicht repräsentativ, innen war sie aber schön gestaltet und außerdem so groß, dass sich die Gemeinde nach vielen Jahren, in denen sie teilweise räumlich getrennt war, wieder zu jedem Gottesdienst vollständig versammeln konnte. 1937 übernahm Apostel Hermann Knigge, der bereits 1935 auf Wunsch des Stammapostels aus Königsberg nach Hannover gezogen war, nach dem Heimgang des Bezirksapostels Otto Steinweg die Leitung des Apostelbezirks. 1938 wurde der langjährige Vorsteher August Behrens zur Ruhe gesetzt und der Priester Friedrich Steller als neuer Vorsteher beauftragt. Nachdem im Kirchenbuch der Gemeinde Hildesheim (noch einschließlich der Geschwister aus Elze) seit Mitte der 30er Jahre mehr als 400 Mitglieder verzeichnet waren, zählte die Gemeinde Hildesheim Anfang 1938, als 108 Geschwister in die nun verselbständigte Gemeinde Elze „überwiesen“ worden waren, noch 359 Mitglieder.

Kriegs- und Nachkriegszeit (1939-1961)

Im Jahr 1939 wurde die Gemeinde Hildesheim dem Ältestenbezirk Hannover I zugeordnet, mit dessen Leitung der neu ordinierte Bezirksevangelist Otto Seewald betraut wurde. Wenige Monate später begann der Zweite Weltkrieg, der natürlich auch für die Gemeinde Hildesheim gravierende Auswirkungen hatte: Zahlreiche Brüder, darunter auch etliche Amtsträger, wurden zum Kriegsdienst eingezogen und fehlten in der Gemeinde. Mancher kam gar nicht zurück, wodurch viel Trauer in der Gemeinde war. Gegen Ende des Krieges wurde das Leben auch in Hildesheim immer gefährlicher, und durch den verheerenden Bombenangriff am 22. März 1945 wurden die herausragend schönen Fachwerkhäuser Hildesheims, mehr als die Hälfte aller Wohnungen der Stadt und auch die zehn Jahre zuvor bezogene Versammlungsstätte in der Annenstraße zerstört. Viele obdachlos gewordene Geschwister kamen bei Verwandten in der Stadt und anderswo unter, Gottesdienste wurden zunächst in verschiedenen Wohnungen gehalten. Die Wohnungsknappheit wurde verschärft durch die zahlreichen Flüchtlinge aus dem Osten, unter denen viele Glaubensgeschwister waren, die es in den Arbeitsbereich ihres ehemaligen Apostels Hermann Knigge zog. Viele von ihnen landeten in Schellerten, Dingelbe, Garmissen/Garbolzum und anderen Dörfern im Osten des Landkreises Hildesheim und kamen zunächst (vielfach zu Fuß über weite Strecken) zu den Gottesdiensten nach Hildesheim, die ab Ende 1945 in der Moltkeschule (meistens im – vorher und hinterher umzugestaltenden – Zeichensaal, manchmal bei besonderen Anlässen auch in der Turnhalle) stattfanden. In den Kriegsjahren war eine rückläufige Mitgliederentwicklung festzustellen, im Laufe des Jahres 1945 fiel die Zahl der Gemeindemitglieder auf weniger als 250. Durch manche Rückkehrer und die zahlreichen Flüchtlinge, aber auch durch wieder jährlich stattfindende Versiegelungen kehrte sich diese Entwicklung dann aber schnell wieder um, am 1. Januar 1947 lag die Mitgliederzahl wieder bei 327, am 1. Januar 1950 sogar wieder über 400. Am Karfreitag 1950 konnte nach einer fünfjährigen beschwerlichen Übergangszeit in einem ehemaligen Fabriksaal einer Zuckerraffinerie am Römerring eine neue Versammlungsstätte bezogen werden. Zu den angemieteten Räumlichkeiten gehörte auch eine Wohnung, die der auf Wunsch des Bezirksapostels nach Hildesheim kommende Hirte Ernst Jerschke mit seiner Familie bezog, der als neuer Vorsteher beauftragt wurde. In den 50er Jahren fuhr die Gemeinde Hildesheim wiederholt mit der Straßenbahn zu Stammapostel-Gottesdiensten nach Hannover. 1954 wurde ein Teil des bisherigen Ältestenbezirks Hannover I als Bezirk Hildesheim verselbständigt, zunächst noch unter der Leitung des Bezirksevangelisten Otto Seewald, nach dessen Ruhesetzung ab Dezember 1955 dann unter der Leitung des neu ordinierten Bezirksevangelisten (und späteren Ältesten und Bischofs) Kurt Krysewski. Am 1. Januar 1956 wurde erstmalig der Neujahrsgottesdienst des Stammapostels Bischoff per Postkabel übertragen. Dazu versammelten sich die Geschwister aus dem ganzen Ältestenbezirk in der neu errichteten Sporthalle Hildesheim. Trotz oder vielleicht sogar wegen der noch in vielfältiger Weise spürbaren Kriegsfolgen waren die 50er Jahre in vielen Gemeinden und so auch in Hildesheim eine Zeit beträchtlichen Wachstums: Obwohl am Anfang dieses Jahrzehnts fast 100 Geschwister in die neue Nachbargemeinde Schellerten „überwiesen“ worden waren, wurde im Jahr 1960 die Zahl von 500 Gemeindemitgliedern in Hildesheim erreicht. Am 1. Januar 1961 wurden genau 502 Geschwister, darunter 105 Kinder, von einem Hirten, sechs Priestern, sechs Diakonen und zwölf Unterdiakonen betreut. Diese erfreuliche Entwicklung sorgte dafür, dass die Bemühungen verstärkt wurden, für die große Gemeinde eine eigene Kirche zu bauen. Im August 1961 waren dann die Würfel gefallen, als der Verwaltungsauschuss des Stadtrates die Genehmigung eines Kirchenbaus der Neuapostolischen Kirche in der Goslarschen Landstraße bestätigte. Im November 1961 kam es dann zum ersten Stammapostel-Gottesdienst in Hildesheim seit mehreren Jahrzehnten, als Stammapostel Walter Schmidt in der Sporthalle den Entschlafenengottesdienst hielt.

In der neuen Kirche an der Goslarschen Landstraße (1962-1979)

Nachdem im Frühjahr 1962 das Richtfest gefeiert worden war, konnte die neue Kirche am Samstag, 22. Dezember 1962 durch Bezirksapostel Knigge feierlich geweiht werden. Am folgenden Tag kam der Bezirksapostel erneut nach Hildesheim, versiegelte sieben Erwachsene und zwei Kinder und ordinierte einen Evangelisten, zwei Priester, drei Diakone und sechs Unterdiakone für die Gemeinde. Der neue Evangelist Martin Eyselée wurde als Vorsteher beauftragt, der Hirte Jerschke konnte dadurch vermehrt Aufgaben im Bezirk wahrnehmen und führte dort in den folgenden Jahren ungezählte Segenshandlungen durch. Nachdem schon in der Bauphase viel eigene Arbeit der Gemeindemitglieder investiert worden war, setzte sich das 1963 fort, als das große Grundstück, das als Wasserschutzgebiet eine „Naturlandschaft“ darstellte, nutzbar gemacht wurde. Im Juni 1965 empfing Arno Steinweg das Apostelamt; bereits im September diente er (damals noch als Begleiter des Bezirksapostels Knigge) das erste Mal im neuen Amt in Hildesheim. 1966 diente erstmalig der Priester und spätere Bezirksevangelist Helmut Müller in der Gemeinde. Im Juni 1968, ein paar Tage nach einer Apostelversammlung in Dortmund, kehrten vier Apostel in Hildesheim ein: In Begleitung des Bezirksapostels waren die beiden argentinischen Apostel Marton und Bianchi sowie unser Apostel Steinweg. Wenig später wurde Bezirksapostel Knigge durch Stammapostel Schmidt zur Ruhe gesetzt, sein Nachfolger wurde Bezirksapostel Arno Steinweg. Zu Beginn des Jahres 1969 war die Gemeinde Hildesheim auf 570 Mitglieder angewachsen, darunter 140 Kinder. Die Gottesdienste wurden zu dieser Zeit am Sonntag Vormittag von rund 350 Geschwistern besucht. Im Mai 1969 wurde der Vorsteher Martin Eyselée zum Bezirksevangelisten ordiniert. Im November des selben Jahres kehrte Stammapostel Schmidt in Hildesheim ein und diente der Gemeinde – mit Tonübertragung in den Apostelbezirk Hannover – in ihrer überfüllten Kirche in der Goslarschen Landstraße. Ab 1970 wurde einmal jährlich ein gemeinsamer Jugendtag für alle Jugendlichen des Apostelbezirks durchgeführt. Die ersten sieben dieser Jugendtage bis 1976 fanden in Hildesheim in der Sporthalle statt. Ab 1973 nahm jeweils auch ein „Gastapostel“ an den Jugendtagen teil; so kamen auch die Bezirksapostel Schumacher und Kraus, die späteren Bezirksapostel Wagner und Knobloch sowie Apostel Fischer mal nach Hildesheim. Der Umbau der Sporthalle zum Gottesdienstraum sowie die Rückverwandlung in eine Sporthalle bedeuteten viel Arbeit für die Hildesheimer, die aber gerne geleistet wurde. Zur Einnahme des Mittagessens wurden die rund 2.000 Jugendlichen jeweils auf Gaststätten und Ausflugslokale der Stadt verteilt. 1975 fanden in Hildesheim und Braunschweig die ersten „Gehörlosen-Gottesdienste“ (später: „Gottesdienste für Hörgeschädigte“) statt. Der Priester Rainer Knigge aus Braunschweig, der viel später das Bischofsamt empfing, und der langjährige Hildesheimer Priester Willi Petrik, dessen Sohn Gerd gehörlos auf die Welt gekommen war und 1976 konfirmiert werden sollte, führten diese durch. Es war der Beginn einer sehr segensreichen Arbeit an hörgeschädigten Geschwistern, die bis heute in der ganzen Gebietskirche fortgesetzt wird und die auch Vorbild für entsprechende Maßnahmen in anderen Regionen war. 1974 empfing unser Bezirksvorsteher Kurt Krysewski das Bischofsamt. Im Februar 1975 trat Stammapostel Schmidt in den Ruhestand und übertrug Stammapostel Ernst Streckeisen die Leitung der Neuapostolischen Kirche. Im August 1975 wurde der Vorsteher der Gemeinde Hildesheim, Bezirksevangelist Martin Eyselée, als Bezirksältester ordiniert und mit der Leitung des Ältestenbezirks Hildesheim betraut. Gleichzeitig beauftragte der Bezirksapostel den Priester Walter Ludwigkeit, der Gemeinde Hildesheim fortan als Vorsteher zu dienen. Ende 1976 wurde der Hirte Ernst Jerschke im Alter von 68 Jahren zur Ruhe gesetzt. 1977 machten Straßenbaumaßnahmen in unmittelbarer Nähe unserer Kirche eine neue Zufahrt und insbesondere auch Schallschutzmaßnahmen erforderlich. Dies wurde zum Anlass genommen, eine umfangreiche Renovierung vorzunehmen. Während der rund einjährigen Umbauphase erhielt der Innenraum der Kirche im Wesentlichen seine heutige Gestaltung. Im November 1978 ging völlig überraschend Stammapostel Ernst Streckeisen in die Ewigkeit. Wenige Tage später folgte ihm der Bezirksapostel i. R. Hermann Knigge. Stammapostel Hans Urwyler, zuvor – wie sein Vorgänger – Bezirksapostel in der Schweiz, übernahm die Leitung der Kirche. Am 13. Juni 1979 besuchten die drei norddeutschen Bezirksapostel Arno Steinweg, Hermann Schumacher und Günter Knobloch gemeinsam die Gemeinde Hildesheim, und im September des selben Jahres diente erstmalig im neuen Amt der Bezirksevangelist Heinrich Hiddessen aus der Gemeinde Rinteln in Hildesheim. Zum Jahreswechsel 1979/1980 zählte die Gemeinde Hildesheim 601 Mitglieder und wurde vom Vorsteher Walter Ludwigkeit und neun weiteren Priestern sowie von 11 Diakonen und 16 Unterdiakonen betreut.

Gegen Ende des 20. Jahrhunderts (1980-1999)

Im Jahr 1980 fand zum letzten Mal die europaweite Übertragung des Neujahrsgottesdienstes statt. Im selben Jahr wurde die Tradition begründet, diesen Übertragungsgottesdienst jeweils am Pfingstfest durchzuführen. 1980 war dieser Gottesdienst mit einer internationalen Apostelversammlung verbunden; dies machte es möglich, dass am Mittwoch vor Pfingsten die Apostel Hepp und Laubscher in Hildesheim den Gottesdienst hielten. Zum adventlichen Chorsingen für Gäste konnten 1983 mehr als 120 Gäste begrüßt werden, insgesamt besuchten in diesem Jahr rund 400 Gäste die speziell für sie gestalteten Gottesdienste und Musikveranstaltungen in der Gemeinde – derartige Zahlen waren in den 70er und 80er Jahren nicht ungewöhnlich, wurden aber in den folgenden Jahrzehnten bis heute nicht mehr erreicht. Am Samstag, dem 16. November 1985, dem Vortag eines Stammapostelgottesdienstes in Hannover, besuchte Stammapostel Urwyler in Begleitung unseres Bezirksapostels Steinweg, der Apostel Tansahtikno und Vowak sowie des Bezirksapostels i. R. Tiedt Hildesheim, wo er in unserer Kirche vom Kinderchor des Ältestenbezirks Hildesheim mit Liedvorträgen erfreut wurde. Viele Gemeindemitglieder konnten dabei sein; einige hatten eine unvergessliche Begegnung mit diesem Stammapostel, dessen außergewöhnlich liebevolles Wesen in Erinnerung bleibt. Am 8. Mai 1986 empfing der langjährige Vorsteher der großen Gemeinde Hildesheim, Walter Ludwigkeit, das Evanglistenamt. In diesem Gottesdienst wurden 33 Seelen versiegelt, darunter etliche asylsuchende Menschen, die aus afrikanischen und asiatischen Ländern, besonders zahlreich aus Sri Lanka, nach Deutschland gekommen waren. In den 80er Jahren wurde auch in unserer Gemeinde viel Mühe und Zeit investiert, um diesen Menschen unseren Glauben näher zu bringen. 1986 fanden in Hildesheim fünf spezielle Gottesdienste für ausländische Geschwister und Gäste statt, Ende des Jahres konnte unser tamilischer Diakon Nadaraja Amarasingam ordiniert werden. Bei seinem letzten Besuch in Niedersachsen ordinierte Stammapostel Urwyler, der im weiteren Verlauf des Jahres schwer erkrankte, im Januar 1987 den Apostel Wilfried Klingler. Nachdem er in Begleitung des Bezirksapostels zum Konfirmationsgottesdienst sowie zu einer Ämterstunde, einem Jugendgottesdienst und einem Sängertreffen im Laufe des Jahres einige Male in Hildesheim gewesen war, hielt dieser seinen ersten Gottesdienst in unserer Gemeinde am 8. November 1987. Im Mai 1988 ordinierte Stammapostel Urwyler den schon im Vorjahr als Stammapostelhelfer beauftragten Richard Fehr als seinen Nachfolger im Stammapostelamt. Ein weiteres besonderes Ereignis in diesem Jahr war der gemeinsame Jugendtag für die Jugendlichen der Bezirke Niedersachsen und Berlin in West-Berlin (damals ahnte noch niemand etwas von der deutschen Wiedervereinigung im darauffolgenden Jahr). 1989 wurde für die drei- bis sechsjährigen Kinder die „Vorsonntagsschule“ eingerichtet, die sich bis heute bewährt hat. In diesem Jahr wurden zwei Hildesheimer Priester als Vorsteher für die Nachbargemeinden Bodenburg und Schellerten beauftragt. Dieser Vorgang wiederholte sich in den folgenden zehn Jahren, als weitere Hildesheimer Priester als Vorsteher in die Gemeinden Nordstemmen und Elze gesandt wurden. Schließlich wurde 1989 noch unser Bischof Kurt Krysewski zur Ruhe gesetzt, der den Ältestenbezirk Hildesheim mit seiner Weisheit, Einsatzbereitschaft und Geradlinigkeit in besonderer Weise geprägt hat. 1990 wurde der Pfingstgottesdienst des Stammapostels erstmalig in Bild und Ton europaweit übertragen. Am Ende dieses Jahres musste der Bezirksälteste Martin Eyselée aus gesundheitlichen Gründen – im Alter von nur 57 Jahren – zur Ruhe gesetzt werden. Der Bezirksapostel beauftragte zunächst den Bischof Kurt Eisenblätter aus Hannover mit der Leitung des Bezirks Hildesheim. 1991 gab es einen besonderen Höhepunkt der Öffentlichkeitsarbeit in unserer Gemeinde bzw. unserem Bezirk: Nachdem viel eingeladen und am vorangehenden Samstag noch ein „Einladungssingen“ in der Hildesheimer Fußgängerzone durchgeführt worden war, wurde am Freitag, dem 14. Juni 1991, durch einen Chor aus dem Bezirk Hildesheim und ein Orchester aus Hannover ein festliches Konzert in der Sporthalle Hildesheim durchgeführt, an dem etwa 2.300 Besucher, darunter mehr als 1.000 Gäste, teilnahmen. 1992 fand der Jugendtag des Apostelbezirks Niedersachsen im Ältestenbezirk Hildesheim, nämlich in der Rattenfängerhalle in Hameln, statt. An diesem Tag ordinierte Bezirksapostel Steinweg den bisherigen Bezirksevangelisten Achim Burchard als Bezirksältesten und beauftragte ihn mit der Leitung des Bezirks Hildesheim. Wenig später wurde der Bezirksevangelist Helmut Müller zur Ruhe gesetzt, im Januar 1993 wurde der Bezirksevangelist Klaus Hagemann ordiniert. Am 25. April 1993 ging eine Ära für die Gemeinde Hildesheim zu Ende: Der langjährige Vorsteher, Evangelist Walter Ludwigkeit, wurde in den Ruhestand versetzt. Sein
unermüdlicher Eifer, seine Demut und Liebe und Opferbereitschaft sind unvergessen. Ein Beispiel: Mit dem
von ihm gestifteten Kleinbus („Kirchenbus“) wurden noch lange nach seiner aktiven Zeit alte Geschwister
zum Gottesdienst abgeholt und wieder nach Hause gefahren. Einige Monate später endete eine weitere Ära,
diesmal für den ganzen Apostelbezirk: Der hoch geschätzte Bezirksapostel Arno Steinweg wurde 73jährig zur
Ruhe gesetzt, Stammapostel Fehr ordinierte Bezirksapostel Wilfried Klingler als Nachfolger, Apostel Achim
Burchard (unseren vorherigen Ältesten, der zunächst Bezirksvorsteher blieb) und Bischof Edmund Stegmaier.
Am Silvesterabend 1993 kam Bezirksapostel Klingler erstmalig im neuen Amt in unsere Gemeinde und
gab ihr, nachdem der Bezirksevangelist Klaus Hagemann acht Monate zuvor vorübergehend als Vorsteher
seiner Heimatgemeinde Hildesheim beauftragt worden war, eine neue Leitung: Er ordinierte den recht jungen Hirten Rainer Golembek, beauftragte ihn als Vorsteher und stellte ihm den erfahrenen (60jährigen) Evangelisten Günter Jerschke zur Seite. 1994 wurde auch die Leitung des Bezirks in neue Hände gelegt: Apostel Burchard wurde entlastet, als der Bezirksälteste Klaus Hagemann ordiniert und mit der Leitung des Bezirks beauftragt wurde, an seiner Seite dienten die Bezirksevangelisten Heinrich Hiddessen, Klaus Meyer und (neu ordiniert) Michael Stauch. Ebenfalls 1994 fand der erste Übertragungsgottesdienst in Hildesheim statt, den Bezirksapostel Klingler durchführte. Schließlich wurde in diesem Jahr auch noch der Apostel Edmund Stegmaier ordiniert, der nun auch „unser“ Apostel wurde, während Apostel Burchard – neben der Arbeit in einigen Missionsgebieten – nur noch in den hannoverschen Bezirken tätig war. Innerhalb kurzer Zeit hatte es damit in allen Amtsstufen von der Gemeindeleitung bis zum Bezirksapostel Veränderungen gegeben. In den 90er Jahren gab es unter den Hildesheimer Priestern mehrere „Missionare“, die zur Verbreitung des Evangeliums nach Russland (insbesondere in die Gemeinden Kaluga, Obninsk, Dworzi, Brjansk, Orjol) bzw. auf die Malediven reisten. Außerdem fanden in den 90er Jahren zahlreiche Busreisen (nach London, Wien, Paris, Prag, Polen, Irland und Rom) statt, die jeweils ein sehr schönes Gemeinschaftserleben ermöglichten und vom Diakon Jens Ludwigkeit organisiert waren, der auch stets als Busfahrer zur Verfügung stand. In dieser Zeit wurde ein neues Konzept für die Jugendarbeit umgesetzt (neben neuen inhaltlichen Akzenten wurde die Jugendstunde vom Sonntag Abend in die Woche verlegt) und die Seniorenarbeit intensiviert, für die seitdem in Hildesheim der (damals noch aktive, inzwischen im Ruhestand befindliche) Priester Manfred Quante verantwortlich ist. Eine weitere Neuerung gab Stammapostel Fehr anlässlich eines Übertragungsgottesdienstes ende 1997 bekannt: Ab Januar 1998 sollten am Sonntag Nachmittag keine Gottesdienste mehr stattfinden. Im Laufe des Jahres 1998 erhielt unsere Kirche in Hildesheim einen Anbau. Mit viel Eigenleistung wurde ein Mehrzweckraum mit integrierter Küche angebaut, der insbesondere für die Jugendarbeit, aber auch für andere Gemeinschaftsaktivitäten genutzt werden sollte. Schon 1999, im Jahr des 100jährigen Gemeindejubiläums, wurde dieser viel genutzt. Das Jubiläumsjahr begann am Neujahrsmorgen mit einem Gottesdienst des Bezirksapostels Klingler, in dem dieser den Evangelisten Günter Jerschke, der die Altersgrenze erreicht hatte, zur Ruhe setzte und der Gemeinde den 100. Psalm als Grußwort für dieses besondere Jahr mit auf den Weg gab. Einige Monate später konnte die entstandene Lücke wieder geschlossen werden, als dem Hirten Golembek der neu ordinierte Evangelist Henning Pawlik als Mitglied der Gemeindeleitung an die Seite gestellt wurde. Das Jubiläumsjahr war durch weitere besondere Höhepunkte geprägt: Es fand ein „Multimedia-Konzert“ des Jugendchores im Audimax der Universität Hildesheim statt, ein Sommerfest, zu dem alle auffindbaren „Ehemaligen“ der Gemeinde eingeladen waren, der offizielle „Festakt“ im September, ein Konzert des „Festchores“ aus dem Bezirk Hildesheim und des Orchesters der Bezirke Braunschweig und Hildesheim in der „Halle 39“ in Hildesheim sowie als „krönender Höhepunkt“ im Oktober ein Gottesdienst mit Stammapostel Fehr, der von Hildesheim aus in die Gemeinden Mitteldeutschlands übertragen wurde. Am Ende des Jubiläumsjahres und damit zum Eintritt in das neue Jahrtausend hatte die Gemeinde Hildesheim 615 Mitglieder (von denen am Sonntag durchschnittlich 270 im Gottesdienst waren), die von einem Hirten, einem Evangelisten, acht Priestern und ca. 30 Diakonen und Unterdiakonen betreut wurden. Der Ältestenbezirk Hildesheim bestand zu diesem Zeitpunkt aus 21 Gemeinden.

Jüngste Vergangenheit (ab 2000) und aktuelle Situation der Gemeinde

Das erste Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts war geprägt vom „Leitbildprozess“. Nachdem Stammapostel Fehr gegen Ende des Jahres 2000 das neue Leitbild „Dienen und Führen in der Neuapostolischen Kirche“ herausgegeben hatte, wurde daraus für Niedersachsen von Bezirksapostel Klingler und den Aposteln Burchard und Stegmaier ihre Vision der „Gemeinde 2010“ abgeleitet und daran gearbeitet, diese – auch in Hildesheim – zu realisieren. Trotz mancher Widerstände, mit denen bei Veränderungen des langjährig Gewohnten gerechnet werden muss, konnten die meisten der angestrebten Merkmale der „Gemeinde 2010“ bei uns am Ende dieses Jahrzehnts als verwirklicht angesehen werden. Ab Sommer 2001 wurde das Unterdiakonenamt nicht mehr besetzt. Zum Jahreswechsel 2001/2002 wurde im Ältestenbezirk Hildesheim die erste Gemeindezusammenführung vorgenommen; fortan fanden in Hessisch Oldendorf keine Gottesdienste mehr statt. Am 10. Februar 2002 kamen erstmalig alle Geschwister aus der Gebietskirche Niedersachsen zusammen: In der Preussag Arena in Hannover erlebten mehr als 10.000 Gottesdienstteilnehmer das Dienen des Stammapostels Fehr. Im Laufe des Jahres 2002 wurde von Mitgliedern der Gemeinde Hildesheim die Stiftung „Christliches Seniorenwerk Hildesheim“ errichtet. Stiftungszweck ist die Förderung der Altenhilfe, insbesondere die Förderung der Seniorenarbeit in der neuapostolischen Kirchengemeinde Hildesheim. Aus den Erträgen des Stiftungskapitals wird die Miete für einen Kleinbus finanziert, der alte und behinderte Geschwister jeden Sonntag zum Gottesdienst fährt. Außerdem erhielten Seniorenheime, in denen Gemeindemitglieder wohnen, der Hospizverein Hildesheim und der von einer katholischen Kirchengemeinde organisierte „Soziale Mittagstisch“ Zuwendungen. Seniorenveranstaltungen unserer Gemeinde wurden bezuschusst und ein namhafter Betrag zur Anschaffung eines großen Zeltes bereitgestellt, das nicht nur für Aktivitäten der Senioren, sondern insbesondere für sonstige Veranstaltungen der Gemeinde oder des Bezirks in Hildesheim genutzt wird. Am 30. März 2003 wurde Bischof Gerhard Irmer, der trotz räumlicher Nähe nie im Bezirk Hildesheim tätig gewesen war, zur Ruhe gesetzt und der Bezirksälteste Rainer Knigge aus Braunschweig zum Bischof ordiniert. Für uns endete damit eine „bischoflose“ Zeit; bereits am 11. Mai 2003 diente der neue Bischof, den wir von seiner Arbeit an den hörgeschädigten Geschwistern schon lange kannten, das erste Mal in Hildesheim. Ende 2004 gab es dann wieder Veränderungen, zunächst in der Gemeinde, dann im Bezirk: Am 31. Oktober diente Apostel Stegmaier in der Gemeinde, ordinierte den Priester Harald Jerschke, der zuvor für einige Jahre als Vorsteher an die Gemeinde Elze „ausgeliehen“ war, als Evangelisten und beauftragte ihn, an der Seite des Hirten Golembek und des Evangelisten Pawlik mit in der Gemeindeleitung tätig zu sein. Zwei Wochen später fand in der Rattenfängerhalle in Hameln ein Festgottesdienst für den ganzen Ältestenbezirk Hildesheim statt. Bezirksapostel Klingler setzte den Bezirksältesten Klaus Hagemann nach Erreichen der Altersgrenze zur Ruhe, ordinierte den Bezirksältesten Klaus Meyer, beauftragte ihn als neuen Bezirksvorsteher und stellte ihm neben dem Bezirksevangelisten Michael Stauch – mit Siegfried Falk und Bernd Malner zwei neue Bezirksevangelisten zur Seite. Der Bezirksälteste i. R. Klaus Hagemann ist sehr aktiv geblieben, leitet den Gesprächskreis der Gemeinde Hildesheim, feiert Heiliges Abendmahl mit Kranken, hat einige Trauerfeiern durchgeführt und wirkt als Bezirks-Seniorenbeauftragter. Der Bezirksälteste Klaus Meyer und die drei genannten Bezirksevangelisten bilden bis heute die Leitung des Ältestenbezirks Hildesheim. Am Pfingstfest 2005 ordinierte Stammapostel Fehr zunächst Stammapostel Wilhelm Leber, bevor dieser seinen Amtsvorgänger, der dem Volk Gottes insgesamt 18 Jahre lang vorangegangen war, in den wohlverdienten Ruhestand versetzte. Gegen Ende des Jahres sorgten mehrere Aufführungen des Kindermusicals „Das lebendige Buch“, bei dem Geschwister aus unserer Gemeinde maßgeblich an den Vorbereitungen mitgearbeitet und zahlreiche Kinder aus der Gemeinde Hildesheim mitgespielt haben, bei vielen hundert Zuhörern für große Begeisterung. Im Dezember löste dann der erstmalig durchgeführte große Weihnachtsmarkt der Gemeinde Hildesheim – nach intensiver Vorbereitung – viel Freude bei allen Besuchern aus. Am 5. Juli 2006 hielt Bezirksapostel Studer einen Gottesdienst in Hildesheim, an dem auch unser Bezirksapostel Klingler und Bezirksapostelhelfer Hebeisen teilnahmen. Im September fuhren unsere Jugendlichen erstmals zum gemeinsamen Jugendtag der Gebietskirchen Mitteldeutschlands nach Erfurt, im November hielt unser Bezirksapostel mal wieder einen Übertragungsgottesdienst in Hildesheim. Zum Jahreswechsel 2006/2007 kam es zu einem plötzlichen Vorsteherwechsel: Nachdem der Hirte Rainer Golembek, der 13 Jahre lang mit ganz viel Liebe als Vorsteher gedient hatte, aus persönlichen Gründen um eine Beurlaubung bat, wurde der Bezirksevangelist Siegfried Falk beauftragt, der Gemeinde Hildesheim als Vorsteher zu dienen. Als der Hirte nach ungefähr einem halben Jahr wieder aktiv in der Gemeinde diente, blieb der Bezirksevangelist Vorsteher und bildete mit dem Hirten und den beiden Evangelisten die nun vierköpfige Gemeindeleitung. Im Oktober 2007 fand in der Nachbargemeinde Schellerten der letzte Gottesdienst statt; wenige Tage später wurden die ca. 50 Geschwister aus dieser Gemeinde in Hildesheim willkommen geheißen. Im November 2007 diente erstmalig der Bischof Winfried Sommer aus Hannover in Hildesheim. Im Sommer 2008 fand ein „Tag der Musik“ für den Ältestenbezirk in unserer Kirche in Hildesheim statt, dessen Angebot für alle (vom absoluten Laien bis zum musikalisch relativ gebildeten Sänger, Instrumentalisten
oder Chorleiter) interessant und attraktiv war. Am 1. Februar 2009 wurde unser Bischof Rainer Knigge, der mit seiner liebevollen und demütigen Haltung in den relativ wenigen Jahren in diesem Amt deutliche Spuren hinterlassen hat, zur Ruhe gesetzt. Im Mai des selben Jahres sorgte der Europäische Jugendtag für große Begeisterung, die auch in unsere Gemeinde hineinwirkte. Im Oktober 2009 fasste unser Apostel Stegmaier – kurz vor dem Ende seiner aktiven Amtstätigkeit – in einer eindrucksvollen Mitarbeiterversammlung zentrale Erfahrungen aus seiner Arbeit zusammen. Am 17. Januar 2010 wurde Apostel Stegmaier dann zur Ruhe gesetzt, seitdem wurde und wird der Bezirk Hildesheim von Apostel Achim Burchard betreut, zu dem aus früherer Zeit ja noch herzliche Verbindungen bestanden. Am 1. Advent 2010 wurde die neue Liturgie für die Gottesdienste der Neuapostolischen Kirche eingeführt; unser Bezirksapostel hielt an diesem Tag einen Übertragungsgottesdienst. Im Sommer 2011 verließ der Hirte Rainer Golembek die Gemeinde Hildesheim und zog nach Hannover. Treffend sprach der Bezirksälteste bei der Verabschiedung davon, dieser sei als lieber Hirte „wie für dieses Amt gemacht“ gewesen. Wenig später wurde unser Vorsteher und Bezirksevangelist Siegfried Falk von einer wichtigen Arbeit entlastet: Priester Dirk Ballosch, ebenfalls aus unserer Gemeinde Hildesheim, wurde als Hirte ordiniert und übernahm von ihm die Aufgabe des Bezirksjugendleiters. Im Oktober 2011 wurde die Nachbargemeinde Bad Salzdetfurth-Bodenburg (auf eigenen Wunsch) geschlossen. Ein Teil der Gemeinde (30 Geschwister) kam nach Hildesheim und wurde hier herzlich willkommen geheißen. Damit bestand der Ältestenbezirk Hildesheim jetzt nur noch aus elf Gemeinden. Die Gemeinde Hildesheim wuchs durch die Geschwister aus Bodenburg auf mehr als 700 Mitglieder an. Im Jahr 2012 freute sich die Gemeinde über den neuen Stammapostelhelfer Jean Luc Schneider sowie über den neuen Bischof Dirk Hiddessen. Am 06. Januar 2013 besuchte Stammapostel Wilhelm Leber die Gemeinde Hildesheim.

Die Gemeinde mit gegenwärtig ca. 715 Mitgliedern wird geleitet vom Vorsteher im Amt eines Bezirksevangelisten und zwei Gemeindeevangelisten, außerdem dienen ein Hirte (zugleich Bezirksjugendleiter), acht Priester und 25 Diakone in der Gemeinde. Die durchschnittliche Teilnehmerzahl der Gottesdienste am Sonntag liegt bei ca. 250, dabei weist die wahrhaft lebendige Gemeinde eine ausgewogene Altersstruktur auf: Neben zahlreichen Senioren sind Familien in jedem Alter vorhanden, sonntags sind in den Gottesdiensten ca. 20 Jugendliche und 40 Kinder anwesend (10 Kinder wurden allein 2012 in die Gemeinde hineingeboren). Immer wieder kommen durch die Universität Hildesheim und verschiedene Fachhochschulen Studenten in die Gemeinde, die teilweise in Hildesheim bleiben und das Gemeindeleben spürbar bereichern. Sie haben auch ihren Anteil an den vielfältigen musikalischen Aktivitäten der Gemeinde, z. B. an der Arbeit des häufig aktiven Gemeindeorchesters.

 

Übersicht:

1899 Gründung der Gemeinde Hildesheim, ab Ende des Jahres regelmäßige Gottesdienste
1901 Erster Versiegelungsgottesdienst mit Stammapostel Krebs
ab 1905 Stammapostel Niehaus wiederholt zu Versiegelungsgottesdiensten in Hildesheim
1908 Gründung des Gemeindechores, erste Konfirmation in der inzwischen mehr als 100 Mitglieder zählenden Gemeinde Hildesheim.
1920er Jahre Wachstum von 247 auf 361 Mitglieder, Gemeinde wegen zu kleiner Versammlungsstätten teilweise räumlich getrennt, intensive Missionsarbeit führt zur Gründung der Nachbargemeinde Elze

1930er Jahre Gemeindeleben vom Nationalsozialismus beeinträchtigt,

1935 wird die Gemeinde aber in einer „ersten ansprechenden Versammlungsstätte“ in der Annenstraße wiedervereinigt 22. März 1945 Zerstörung der Stadt Hildesheim, vieler Wohnungen von Gemeindemitgliedern und auch der Versammlungsstätte in der Annenstraße.

1950 Nach fünfjähriger Übergangszeit neue Versammlungsstätte im Römerring
1954 Verselbständigung des Ältestenbezirks Hildesheim
1962 Bau und (Ende des Jahres) Einweihung einer neuen Kirche für die auf mehr als 500 Mitglieder angewachsene
Gemeinde am heutigen Standort in der Goslarschen Landstraße
1969 Gottesdienst mit Stammapostel Schmidt in der Kirche in Hildesheim
1970 Erster gemeinsamer Jugendtag für den Apostelbezirk in der Sporthalle Hildesheim
1975 Beginn der Gehörlosen-Gottesdienste in Hildesheim und Braunschweig
1977 Umfangreiche Renovierung der Kirche, der Innenraum erhält die heutige Gestaltung
1985 Am Vortag eines Gottesdienstes in Hannover kommt Stammapostel Urwyler nach Hildesheim
1991 Konzert in der Sporthalle Hildesheim mit mehr als 2.000 Besuchern, darunter mehr als 1.000 Gäste
1994 Erster Übertragungsgottesdienst mit Bezirksapostel Klingler in Hildesheim
1990erJahre Missionsarbeit mehrerer Hildesheimer Priester in Russland und auf den Malediven, Umsetzung
eines neuen Konzepts für die Jugendarbeit, Intensivierung der Seniorenarbeit
1998 Anbau eines Mehrzweckraums mit viel Eigenleistung der Gemeindemitglieder
1999 100jähriges Gemeindejubiläum mit vielfältigen Aktivitäten (Konzerte, Feste, Festakt), den Höhepunkt
bildet ein Übertragungsgottesdienst mit Stammapostel Fehr im Oktober
ab 2002 „Leitbildprozess“ zur Verwirklichung der Vision von der „Gemeinde 2010“
2007 Letzter Gottesdienst in der Nachbargemeinde Schellerten, Begrüßung der Geschwister in Hildesheim
2012 Eine sehr lebendige Gemeinde Hildesheim mit ca. 715 Mitgliedern und durchschnittlich 250 Gottesdienstteilnehmern
an Sonntagen freut sich über eine ausgewogene Altersstruktur, vielfältige – auch
musikalische – Aktivitäten sowie die Versorgung durch 12 priesterliche Ämter und ca. 25 Diakone